Geschichtlicher Abriss

1958 wurde an der damaligen „Heilanstalt“ Weißenau an der 1950 eröffneten Kinderabteilung mit 11 jungen Patienten*innen eine Schul- und Beobachtungsgruppe eröffnet.  Eine Lehrerin wurde als „Jugendleiterin“ eingestellt.  Die Klinikschule als Sonderschule gibt es seit 1973.  Nach einer langen Übergangszeit mit weniger adäquatem Unterrichtsraum konnte die Schule 1994 ins „Forsthaus“, das ehemalige Forstamtsgebäude, umziehen. Das Gebäude wurde mehrfach saniert und ist in einem neu renovierten Zustand. Im „Forsthaus“ gibt es 7 Unterrichtsräume, 1 Rektorat, 1 Sekretariat sowie eine Schulküche. 

In Mariatal, einem kleinen Ort südlich der Klosterkirche gelegen, befindet sich ein weiterer Schulstandort. Auf der Station clean.kick gibt es seit 2002 zwei Klassenräume. 2010 wurde mit der Eröffnung der Station clean kids mit einem Klassenraum auf dieser Station unsere Schule erweitert.   

Die Schulstelle der Tagesklinik Aulendorf wurde im Februar 2009 eröffnet. Auf dieser Station befinden sich zwei Klassenräume.  

 

Struktur und Auftrag

Die Klinikschule am Torbogen ist eine staatliche Schule in der Trägerschaft des Landes Baden-Württemberg. Hier unterrichten derzeit 20 Lehrkräfte psychisch kranke Kinder und Jugendliche aller Schularten und Klassenstufen an den Standorten Ravensburg-Weißenau, Ravensburg-Mariatal und Aulendorf.  Alle Kinder und Jugendliche, die sich in stationärer oder teilstationärer Behandlung (Tagesklinik) befinden und schulfähig sind, erhalten Unterricht. Kinder und Jugendliche, die in stationsäquivalenter Behandlung (STÄB) sind, können ein Schulangebot bekommen, so sie nicht an ihrer Heimatschule sein können. Es werden Schüler*innen aller Schularten und Klassenstufen sowie auch Jugendliche ohne schulische Anbindung unterrichtet. Der Umfang und Inhalt des Unterrichts richtet sich nach der individuellen Situation der/s Schüler*in, den therapeutischen Anforderungen sowie den stationären Abläufen. In der Regel umfasst der Unterricht circa 12 Wochenstunden, selten in Einzel- und überwiegend in Gruppenunterricht. Damit sorgt die Schule für die Einlösung des gesetzlichen Erziehungs- und Bildungsauftrags und bedeutet für die Schüler ein Stück Normalität im medizinischen Umfeld.

 

Die Schule hat die Aufgabe, ihre Schülerinnen und Schüler:  

  • während ihres Klinikaufenthalts zu unterrichten

  • möglichst in die zuvor besuchte Heimatschule wieder einzugliedern

  • gegebenenfalls bei der Suche nach neuen Lernorten zu unterstützen

  • bei Prüfungen und Abschlüssen zu unterstützen

  • über die Schullaufbahn zu beraten

Dabei geht es bei unseren Schüler*innen häufig um die Erlangung eines  psychisch-emotionalen Zustandes, der Bildungsprozesse er-möglicht.  Als Kernpunkte lassen sich hier Stabilisierung und Ver-trauen, eine Stärkung des Selbstkonzepts sowie die Erlangung der Gruppenfähigkeit anführen. Der Unterricht berücksichtigt die krank-heitsbedingte individuelle Lernsituation mit den Prinzipen der Indi-vidualisierung, Differenzierung und Ganzheitlichkeit.  Die inter-disziplinäre Zusammenarbeit mit dem klinischen Personal sowie der Kontakt zur Heimatschule sind deshalb unverzichtbare Bestandteile unserer Arbeit.

 

 

Welche Ziele und Aufgaben hat die Klinikschule
sprechende Arbeitsformen in einem positiven Lernklima 

  • Schulische Kontinuität und Normalität vermitteln in einer schwierigen und belastenden Situation  

  • So weit wie möglich Anschluss halten an den Leistungsstand der Heimatschule  

  • Eventuell Vorbereitung und Begleitung von Schulbesuchen auf Probe an einer nahegelegenen Kooperationsschule  

  • In Einzelfällen Schulangebot für ambulante Schülerinnen und Schüler, die bereits aus der Klinik entlassen sind  

  • Vorbereitung und Durchführung von Abschlussprüfungen  

  • Beratung bei besonderem Förderbedarf (Förderunterricht, Nachhilfe, Hort-Betreuung) und bei Änderungen der Schullaufbahn, insbesondere bei sonderpädagogischem Förderbedarf  

  • Der Sonderpädagogische Dienst der Klinikschule berät bei Bedarf Schulen und deren Lehrkräfte im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen